| Brandschutz im Tunnelbau - eine Notwendigkeit Die Arbeiten am Bau des Wesertunnels zwischen Dedesdorf und Kleinensiel bei Bremen sind kurz vor Fertigstellung. Tunnel-Roboter als Innovation - Weltpremiere im Wesertunnel Ein Tunnel-Roboter von der KAEFER Isoliertechnik GmbH & Co. KG, Bremen, übernimmt als weltweit erstes Bohr- und Verlegegerät die rationelle und schnelle Montage von Brandschutz-Verkleidungen im Tunnelbau. Er wurde gemeinsam mit dem Unternehmen fischer Befestigungssysteme, Waldachtal, entwickelt. Norbert Schmelzle (Vorsitzender der KAEFER-Geschäftsführung) und Stephan K. Radermacher (KAEFER-Geschäftsführer) verstehen den Einsatz des Tunnel-Roboters als ein weiteres Innovations-Projekt innerhalb der hausinternen π² (pi-Quadrat)-Strategie. Beide vertreten die Meinung: "Innovative Technologien müssen in unserem Kerngeschäft und in den damit verbunden Aktivitäten verstärkt genutzt werden". π² steht bei KAEFER für die Integration von Produkten und Prozessen (P) sowie Innovation und Installation / Montage (I). Die jüngsten Unfälle haben die Verantwortlichen für den Tunnel-Brandschutz sensibilisiert. Beim Wesertunnel werden in den beiden 1,6 Kilometer langen Röhren jeweils 22.000 m² Brandschutzplatten verlegt. Während in der Nordröhre Montage-Teams in Handarbeit ca. 12.000 Brandschutzplatten befestigt haben, beschleunigt und erleichtert in der Südröhre der Tunnel-Roboter die Arbeit erheblich. Als maschinelles Bohr- und Verlegegerät für Brandschutzplatten wird er hier von KAEFER erstmals eingeszt. Der vom Befestigungsspezialisten fischer in Zusammenarbeit mit Experten der Handhabungs- und Montagetechnik entwickelte Tunnel-Roboter rationalisiert den Aufwand beim Bohren und Verankern der Brandschutzplatten erheblich. Gleichzeitig verringert der Tunnel-Roboter die Lärm- und Staubbelastung. "Diese Innovation eröffnet beim Tunnel-Ausbau neue Dimensionen", erklärt Klaus Schilling, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb von fischer Befestigungssysteme. Die Tübbingringe werden oberhalb der drei Meter hohen Anprallwände mit den Brandschutzplatten verkleidet. Die aus Glasfaser verstärktem Leichtbeton gefertigten Platten (62,5 x 300 cm) sollen beim Brand verhindern, dass die Flammen direkt gegen die Tübbinge aus Stahlbeton schlagen. Bei großer Hitze könnte das im Stahlbeton gespeicherte Wasser verdampfen, der Stahlbeton würde abplatzen und instabil werden. Die Brandschutzplatten weisen eine Feuerwiderstandsdauer nach den RABT-Richtlinien auf. Diesen Brandschutz-Anforderungen müssen natürlich auch die Verankerungen der 20 mm starken Platten im hochfesten Beton genügen. Umfangreiche statische Berechnungen und Brandversuche des Befestigungsspezialisten fischer haben den Nachweis erbracht. Die insgesamt 44.000 m² Brandschutzverkleidung werden von etwa 350.000 Nagelankern FNA 6x30 aus nicht rostendem Stahl gehalten. Die Brandschutzplatten werden polygonal vom Tunnelfirst aus in einem Radius von 5,15 m bis auf die Höhe der Anprallwände verlegt. Der Tunnel-Roboter basiert auf einem mobilen Vier-Wege-Stapler. Bei der Konstruktion der Arbeitsbühne hat KAEFER die besonderen Anforderungen an die Plattenmontage im Tunnelbau definiert. Mit dem maschinellen Bohr- und Verlegegerät befestigen zwei speziell ausgebildete Monteure die Brandschutzplatten. Wichtig bei der innovativen Verarbeitung ist eine sorgfältige Arbeitsvorbereitung. Die Paletten werden in einem jeweiligen Abstand von 9 m und einem Abstand zur Anprallwand von 2,20 m bereitgestellt. Der Tunnel-Roboter nimmt mit der integrierten Hubgabel die Brandschutzplatten auf und fördert diese durch die Öffnung auf die Arbeitsbühne. Das Fahrzeug kann eine Palette mit bis zu 30 Brandschutzplatten aufnehmen. Nach dem Aufnehmen der Palette fährt der Tunnel-Roboter in die erste Arbeitsposition. Die Positionierung der Maschine wird Laser unterstützt. In dieser Arbeitsposition wird die Maschine über 4 Hydraulikstützen abgestützt und automatisch in der Horizontalen nivelliert, die Arbeitsbühne wird dann mit Höhen- und Querhub ausgefahren. Von einer Arbeitsposition aus können drei Brandschutzplatten verlegt werden. Wird während der Montage die oberste Platte abgenommen, so wird automatisch die konstante Abnahmehöhe von 90 cm nachgeführt. Die jeweils oberste Platte wird von einem Vakuumsauger angehoben. An dieser Platte ist an der Längs- und Querseite ein so genannter Hinterlegungsstreifen angebracht. Der Hinterlegungsstreifen (100 x 10 mm) verhindert beim Brand das Durchdringen der Flammen am Plattenstoß. Anschließend werden in einem weiteren Arbeitsgang gleichzeitig 12 Durchgangsbohrungen im Drehgang eingebracht. Die Platte wird nun angehoben und in die Tunnelwölbung geschwenkt. Eine Druckluft unterstützte Balancer-Funktion minimiert den Kraftaufwand für die Monteure bei der Positionierung der Brandschutzplatten. Nach der Positionierung wird die Platte mit Druck gegen die Wand verspannt und im Schlaggang werden gleichzeitig 12 Löcher im Beton erstellt. Ergänzend werden die Bohreinheiten automatisch überwacht und eine nicht korrekte Bohrung wird dem Monteur optisch angezeigt. Für den Nagelanker FNA 6x30 von fischer ist eine Bohrlochtiefe von 45 mm erforderlich. Um die Staubbelastung zu minimieren, sind die Bohrmaschinen mit einer Absaugung ausgestattet. Zur ersten Fixierung der Platten werden mit einem pneumatisch angetriebenen Setzgerät vier Nagelanker eingeschlagen. Die weiteren Nagelanker werden während des nächsten Bohrvorgangs oder durch Nacharbeiten gesetzt. Nach diesem klar definierten Arbeitsablauf werden in drei neuen Arbeitspositionen jeweils vom Tunnelfirst beginnend weitere Brandschutzplatten befestigt. Wegen der hohen Passgenauigkeit - mit einer Toleranz von +/- 1 mm - werden nur noch die Firstplatten mit vielen Aussparungen und die Schlussplatten im Anschluss an die Anprallwände manuell gesetzt. Tunnel-Brandschutz-Projekte sind für KAEFER nicht neu - unter anderem war KAEFER in der 4. Röhre des Hamburger Elbtunnels zuständig für Planung, Konstruktion und Montage einer vö | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Tunnel-Roboter - technische Informationen
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| Zeichen: 7074 August 2003 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||